Rückblickend haben meine letzten Beiträge nach Hilfe geschrien. Ich war gestresst, unzufrieden und unausgeglichen. Ich war nicht ich. Oder aber nicht die beste Version meines Selbst. Oder aber einfach so wie ich war. In den letzten zwei Wochen ist viel passiert. Also in mir drin.

Ich war an zwei wunderschönen Orten. Pipa & São Miguel do Gostoso, im Nordosten von Brasilien. An beiden Orten habe ich je eine Woche verbracht und zwei super Couchsurfing Hosts erwischt. Ich habe gut gekocht, gegessen, gequatscht, die Strände und die Tiere genossen. Zudem habe ich gearbeitet. An mir, meiner Einstellung, meiner Selbstliebe. Mein Lächeln kommt wieder aus tiefstem Herzen und einiges wurde mir klar.

  • Auch ich habe ein “Calling”, etwas was ich schon lange das Gefühl habe machen zu wollen/ sollen. Es ist eine Zukunftsvision auf die ich hinarbeiten will. Wenn es etwas ausgereifter ist, werde ich es euch mein Projekt vorstellen.
  • Meine Versagensängste haben mich bis jetzt davon abgehalten den ersten Schritt in diese Richtung zu machen. Meine Versagensängste begleiten mich schon mein ganzes Leben und haben teils mehr, teils weniger Einfluss auf mein Tun. Aber Mut haben bedeutet nicht keine Angst zu haben. Mut bedeutet, dass man trotzdem springt.
  • Es kommt nicht auf das “was” an, sondern auf das “warum/ wie”. Ich hatte da diese Vorstellung. Zuerst bereise ich Chile, Argentinien, Uruguay, Brasilien und dann Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien und hoch. Mir wurde aber bewusst, dass ich reisemüde bin und mich für einige Zeit niederlassen möchte. Mir fehlt die Routine, ich möchte etwas Geld verdienen und mich einmitten. Ich hatte solchen Stress weil ich nicht beides haben kann. Da wurde mir etwas bewusst. Die Reiseroute kann “einfach” geändert werden. Einfach deshalb, weil nichts gebucht ist. Nur die Programmierung in meinem Kopf. Nach dem Umplanen und neuen Ideen bin ich aktuell zurück beim alten Plan, aber mit anderer Absicht. Das warum hat sich geändert und das Gefühl dabei ist komplett anders. Ich freue mich darauf und weiss warum ich in diese Länder will.
  • Süchte sind eine destruktive Ablenkung und unterstützen das Gefühl nicht Wert zu sein. Als Beispiel nehme ich die Situation in einer Gruppe von Brasilianern zu sein. Wenn ich mir jetzt eine Zigarette drehe und diese rauche fällt es weniger auf, dass ich an den Gesprächen auf Portugiesisch nicht teilhaben kann. Ich lenke mich von Gefühl ab “alleine zu sein” und in dem Moment verschmelzen diese zwei Themen. Beim nächsten Mal wenn ich mich alleine fühle, wird das Gefühl eine rauchen zu wollen grösser sein. Wir flüchten in ein Suchtverhalten um uns selber zu zeigen wie abhängig wir sind vom Gefühl nicht Wert zu sein.
  • Und so kommen wir zum nächsten Punkt. WIR HABEN NICHT GELERNT GLÜCKLICH ZU SEIN. Die meisten Menschen haben dieses Gefühl verinnerlicht, nur ein gewisses Mass an Glück verdient zu haben. Wir haben eine Obergrenze des Glücklich- Seins. Dieses Thema ist ganz nah zusammen mit dem nicht Wert zu sein.

Wie kam ich zu diesen Erkenntnissen?

  • Connie Biesalski, eine unglaubliche Frau, hat mich schon zum bloggen inspiriert und hilft mir mit ihrer neuen Seite “live your heart out” und ihren Erlebnissen sehr. Sie hat eine neue Facebook Gruppe gegründet. Live your heart out – the tribe. Dort sollten wir uns vorstellen, wer wir sind, was wir tun, wo wir Probleme haben und “struggeln”. Ich habe also angefangen zu Schreiben und da hat’s KLICK gemacht.
  • Seitdem fliesst die Energie wieder weil ich die Blockade erkannt habe. Die Blockade war das Gefühl, meinem Plan folgen zu müssen. Und ich dachte ich sei flexibel 😉

Wie setzte und setze ich nun dieses Wissen in Tat um?

  • Ich habe eine 30 Tage Commitment Challenge gestartet und mich mir selbst, meiner Gesundheit und meinem Glück verpflichtet. Minimum 15 Minuten Meditation täglich. Heute ist der erste schwierige Tag, da ich inmitten einer 24 Stunden Reise bin. (PS: Ich habe es aber geschafft!) Es wird gesagt, dass wir 30 Tage brauchen um eine Routine zu entwickeln. Im Guten und im Schlechten. Aber schlechte Gewohnheiten haben wir schon. Jetzt programmieren wir gute. Ich habe mein erstes Video auf YouTube gepostet. Vom ersten Tag der 30 Days commitment challenge.
  • Zusätzlich zur Meditation möchte ich mich mehr bewegen und mehr kreieren. Dies kommt in einem nächsten Schritt als 30 Days Challenge. Aktuell bin ich auf Instagram mehr aktiv. Step by step.
  • Ich bin am Recherchieren was ich brauche um meine Vision Wahrheit werden zu lassen. Zudem bin ich es auf Papier am Festhalten. Manifestation. The secret.
  • Affirmationen wie “Ich bin es Wert. Wert glücklich, geliebt und erfolgreich zu sein. Wert mein Potential auszuschöpfen und mit Arbeit die mich erfüllt Geld zu verdienen.” helfen mir.
  • Ich telefoniere mehr mit meiner Familie und Freunden weil ich merke wie ich sie vermisse und sie mir Kraft, Energie und Zuversicht geben.

Ich liebe mich. Und ich liebe euch. Danke fürs Lesen 😉

Eine herzliche Umarmung aus Brasilien ❤

Joana

PS: Das Foto ist aus Dharamkot, Indien von einem schönen Meditationsplätzchen das ich gefunden habe.

So etwas wie heute Morgen ist einmalig. Ein Erlebnis das mit Geld nicht zu bezahlen ist und in diesem Fall auch gratis war.

Seit ich in Olinda angekommen bin, liegt mir Bruno mit seiner Seekuh in den Ohren. Eine sei hier. In Olinda. Nur 20 Minuten von der Haustüre entfernt. Er ist Tauchlehrer, dem Meer sehr verbunden und hat in über 10 Jahren tauchen nur eine Seekuh gesehen.

Mit Kamera, GoPro’s und einer Flasche Wasser bewaffnet gingen wir um 6.30 Uhr los. Kaum angekommen ist Bruno mit Freudenstrahlen ins Wasser gehüpft. Wie ich bin, habe ich zuerst geschaut und mich erst langsam ins Wasser begeben. Da es auch in der Nacht nicht kälter als 27°C wird, war es auch früh am Morgen angenehm warm. In den zwei Stunden im Wasser ist mir diese Seekuh echt ans Herz gewachsen. Wir haben ihr Frischwasser zum Trinken gegeben, sie streicheln und mit ihr spielen können. Ein wildes Tier. Immer wieder haben wir vor Freude und Unglaube gejuchzt.

Morgen früh wollen wir nochmals gehen. Das Erlebnis war zu ergreifend. Ah, ich habe sie Isa getauft.

PS: Sobald ich wieder ein Telefon und Instagram habe gibt es mehr Fotos und Videos.

Die Laguna de los Tres und der Fitz Roy

„Das härteste zu Beginn“ habe ich mir gedacht und an meinem ersten Tag in El Chalten die Wanderung zu der Laguna de los Tres gemacht. Da ich nicht zwei Mal dieselbe Strecke laufen wollte, habe ich den Bus zu der Hosteria El Pilar genommen (200 Pesos – ca.10 USD, 30 Minuten).

Durch den Wald ging es stetig etwas hoch, war aber gut machbar. Beim Mirador Glaciar Piedras Blancas habe ich gefrühstückt und mich danach in meinem Rhythmus, mit genügend Pausen auf gemacht. Nach gut 2 Stunden bin ich bei dem schwierigen Teil, dem letzten Kilometer mit 400 Höhenmeter, angekommen. Es war kaum Wind vorhanden und die Sonne schien warm. In einer Stunde bin ich oben angekommen und habe nach dem Mittagessen die Lagune und die Hügel darum erkundet. Das solltet ihr wirklich machen, denn da liegen ein Wasserfall und eine weitere Lagune. Viele Besucher sind so erschöpft, dass sie es nicht tun, aber es ist wirklich empfehlenswert. Wir waren sehr glücklich mit den Wetter und hatten klare Sicht auf den Fitz Roy und die anderen Berge. Nach zwei Stunden oben habe ich mich auf den Rückweg gemacht. Bei der Laguna Capri habe ich die nochmals eine Pause eingelegt und mich gut unterhalten. Der Rückweg geht stetig runter und ist eine echte Herausforderung für die Knie.

Nach fast 10 Stunden bin ich erschöpft und glücklich angekommen. Da ich nicht die beste Kondition habe, war ich etwas nervös, was aber unbegründet war. In meinem Tempo hat der Tag richtig Spass gemacht und die Aussicht war Atemberaubend. Der einzige Wehrmutstropfen war meine Kamerasituation. Ich habe meine SD-Karte im Computer vergessen und konnte somit nur mit dem Telefon fotografieren.

Patagonien ist ein Muss für alle die gerne Wandern, die Aussicht auf Berge und Seen geniessen und etwas Wind im Haar nicht scheuen.

Piedras Rojas

Die Tagestour Piedras Rojas ist ein Muss in der Atacama Wüste. Mit Atacama Explora und den besten Guides ging es um 7.30 Uhr los. José gehört die Agentur und seine Familie arbeitet über 70 Jahre im Tourismus. Schon sein Grossvater hat Touristen durch diese erstaunliche Landschaften geführt und José ist mit diesem Wissen aufgewachsen. Andrés ist auch seit Jahren in Tourismus tätig, kommt aber ursprünglich aus Santiago. Beides sind Lebemenschen, lieben ihren Job und versprühen schon am Morgen um 4.30 Uhr (andere Tours beginnen so früh) Freude und Heiterkeit.

Die Tour umfasst viele Stopps und mit Atacama Explora gibt es immer noch eine Überraschung. Als erstes haben wir das Städtchen Toconao angeschaut und im Restaurant sehr gut gefrühstückt. Danach fuhren wir den „Salar de Atacama“ – die Salzwüste an und bestaunten in der Lagune Chaxa die Flamencos. Da ich als kleines Mädchen von Flamencos fasziniert war, war ich aufgeregt diese rosaroten Vögel das erste Mal in freier Wildbahn zu betrachten. Die Flamencos waren ein Farbtupfer in dieser erstaunlichen Lagunen-Landschaft voller Blautöne. Später ging es zu den beiden Altiplano Lagunen Miñiques und Miscanti. Die Vegetation verändert sich auf dem Weg vom Salar in die Altiplano Region drastisch und wir erreichten eine Höhe von über 4‘000MüM. Gegen kleinen Aufpreis zeigte uns José noch zwei seiner geheimen Lieblingsorte. Da sie als einzige Agentur diese Punkte anfahren, kann ich nicht mehr dazu verraten. Ihr müsst einfach mit den Jungs buchen. Das Wetter war recht bewölkt und wir haben sogar einige Regentropfen, die von Bolivien her über die Berge ziehen, abbekommen. Als wir am späteren Nachmittag bei den eigentlichen Piedras Rojas angekommen sind, waren die schon fast vergessen. Das helle Türkis des Sees und die roten Steine sind aber trotzdem überwältigend. Nach einer ergiebigen Fotosession war es Zeit für ein spätes Mittagessen in der Ortschaft Socaire. Auf dem Rückweg hielten wir beim Trópico de Capricornio, dem südlichen Wendekreuz, für eine Fotosession auf dem langen geraden Highway.

Als Abschluss der wunderbaren Tagestour gingen wir zusammen in das Restaurant Barros ein Bier oder Pisco Sour trinken. Da der Tag so ereignisreich und lustig war, konnten mich Andrés und José zur Geysire el Tatio Tour am nächsten Morgen überreden. Wer will schon weg von einem so schönen Ort?

 

Das 2017 neigt sich langsam dem Ende zu und Weihnachten steht vor der Türe. Ich habe eine grosse Familie und wir feiern normalerweise vom 24. – 26.12. in verschiedenen Konstellationen, mit anderen Teilen der Familie, aber eben immer zusammen. Dies wird mein erstes Weihnachtsfest fern von zu Hause sein und ich habe in den letzten Tagen mit einigen Gleichgesinnten darüber gesprochen. Viele vermissen ihre Familien mehr in dieser Zeit, werden nostalgisch und auch ich war immer Mal wieder emotional. Es fühlt sich falsch an im WhatsApp-Familienchat über die Vorbereitungen zu lesen und zu wissen, selber nicht dabei sein zu können. Zudem lässt Sonnenschein und Strand wenig Weihnachtsstimmung aufkommen.

Das Schreiben wurde in den letzten Wochen fast zu einer Therapie für mich. Ich setzte mich mit meiner Reise, meinen Gefühlen und den Momenten auseinander und verarbeite sie somit. Aus diesem Grund habe ich meinen Liebsten Briefe (in Form von Mails) geschrieben und versucht, meine Liebe und Dankbarkeit darin auszudrücken. Je mehr ich über meine Familie spreche und schreibe, desto grösser werden meine Glücksgefühle und meine Wertschätzung gegenüber diesen wunderbaren Menschen.

Wie sieht mein Weihnachten nun aus?
Vor etwa drei Wochen, als ich in Valparaiso war, habe ich eine Gassenküche besucht und Norma kennen gelernt. Von ihrer Liebe, Grosszügigkeit und Herzlichkeit fühlte ich mich inspiriert, der Gesellschaft etwas zurück zu geben und mein erstes Weihnachtsfest in einem fernen Land bedeutungsvoll zu gestalten. Heute feiere ich mit einem jüdischen Freund aus Viña del Mar das Leben und ab morgen bin ich für zwei Tage bei Norma am Kochen. Danach werde ich noch einige Freunde in Santiago besuchen und das neue Jahr in Argentinien bei einem Couchsurfing Host einläuten. Somit steht der Plan für meine Weiterreise.

Im nächsten Beitrag werde ich über die Zeit bei Norma berichten und sehr bald auch über die magische Woche in San Pedro de Atacama.

Familie, Freunde und Leser – euch allen wünsche ich von ganzem Herzen ein erfüllendes Weihnachtsfest mit viel Liebe und Beisammensein. Mögen die letzten Tagen des alten Jahres Zeit bieten sich zu besinnen, Altes abzuschliessen und sich frei zu machen für das nächste Jahr. Für mich wird es weitergehen mit dem Reisen und ich bin gespannt auf alle Abenteuer, die auf mich zukommen.

In Liebe,
Joana

Nackt sein

„Füdliblutt“ würde ich auf Schweizerdeutsch sagen. Genau dieses Gefühl habe ich in den letzten Tagen hier im ECO Camping Ganimedez, Cochiguaz im Valle del Elqui zelebriert.

Bodyshame, size 0, Essstörungen, Selfies und Modelmasse sind nur einige der Begriffe die unsere Zeit und somit unser Selbstbild prägen. Schon in der Schule wurde ich mit der Magersucht einer Freundin konfrontiert und die Problematik hat weltweit in den letzten Jahren nur noch zugenommen. Wer hat heutzutage noch ein gesundes Bild seines Körpers, lächelt nicht etwas mehr für das Selfie und setzt sich in Pose wenn man gesehen wird. Auf meinen Reisen habe ich mich oft mit meinem Selbstbild auseinandergesetzt. Ich habe aufgehört meine tägliche Schmink-Maske aufzusetzen und mich selten so wohl gefühlt wie in Afrika, wo ein anderes Schönheitsideal herrscht.

Seit einer Weile folge ich Conni Biesalski, welche mich auch vom Bloggen überzeugt hat und auf ihrer neuen Seite live your heart out viel über das Thema „vulnerability“, auf Deutsch „Verletzlichkeit“, spricht. Dieses Thema und die Gelegenheit hier in der Natur zu sein, haben mich dazu gebracht, mir täglich Minimum 15 Minuten Nackt-Zeit zu verschreiben. Zu Hause habe ich das auch eine Weile getan, mich vor den Spiegel gestellt und mir gesagt, dass ich mich liebe und ich schön sei. Zu Beginn fühlte sich das echt komisch an, aber je länger ich es gemacht habe umso einfacher fiel es mir. Hier lege ich mich einfach nackt an den Fluss und versuche meinen Körper zu akzeptieren und lieben wie er ist. Die weissen Brüste die grösser sein dürften, der Bauchansatz der schon eine Weile hartnäckig an mir fest hält, das OM-Tattoo aus Nepal auf meinem Hüftknochen, das gebärfreudige Becken (Worte meiner Frauenärztin), die blonden Härchen auf meinen Oberschenkeln und die Operationsnarben auf meinen Füssen. Wenn ich jetzt meine Augen schliesse, mich nicht vergleiche sondern bei mir bin, dann fühle ich die Sonne auf meinem Gesicht, den gleichmässigen Herzschlag, die frische Luft, die in meine Lungen strömt und meine langen Haare die mich mit dem Wind zu kitzeln versuchen.

Eigentlich ist doch alles gut so wie es ist. Ich darf gut sein so wie ich bin. Mein Körper steht genauso im Wandel wie alles andere auch. Lasst uns doch alle etwas mehr Selbstliebe zelebrieren. Nackt sein ist doch eigentlich ganz natürlich. Nicht?

Gut und günstig Reisen 2.0

Workaway

Hast du Zeit, das schnelle backpacken und alle zwei Tage den Ort wechseln ist nichts für dich? Bist du gerne ein Teil der Gesellschaft, packst an und gibst etwas zurück? Dann schau unbedingt bei Workaway vorbei. Eine Plattform bei der du einen authentischen Einblick in die Kultur und Sprache erhalten kannst und zudem eine gewisse Sicherheit hast, indem du in einer Gemeinschaft angehörst.

Um hier einen Account zu erstellen und mit Hosts in Verbindung zu treten, bezahlst du 32 USD, für ein Pärchen-Account 42 USD. Du kannst dir auch noch das Handbuch dazu kaufen mit vielen Tipps& Tricks zum Erstellen des Accounts und zu der Suche nach dem richtigen Plätzchen.

Auch hier geht es beim Erstellen deines Profils darum ehrlich zu sein, deine Vorlieben und Skills gut zu beschreiben und dich etwas zu vermarkten. Überlege dir, was du gerne machst, gut kannst oder lernen würdest. 5 Stunden Arbeit, 5 Tage die Woche sind das allgemeine Maximum was gefordert wird und im Austausch gibt es Unterkunft und je nach Host mehr oder weniger Verpflegung. Da ich gut 10 Jahre in der Gastronomie/ Hotellerie gearbeitet habe ist es für mich einfach in dem Bereich etwas zu finden.

Ich habe mich für Workaway entschieden, weil ich wusste, dass Südamerika teurer wird als Asien und ich meine Reise gerne noch etwas fortsetzten möchte. Mehr aus Neugierde bin ich in Goa, Indien am Anjuna Beach bei meinem ersten Workaway gelandet. Da noch Offseason war, hatte es nur wenige Gäste und es fühlte sich an, als hätte ich drei Wochen lang eine grosse Homeparty. Betten machen, den Gästen hinterherräumen, mit ihnen Bier trinken und eine gute Zeit haben. Feste Arbeitszeiten gab es nicht, ich war einfach da und half wo es mich brauchte. Als der Teil der Hostel-Family habe ich unglaubliche Partys gefeiert und wunderschöne Momente erlebt.

In Pichilemu, Chile wollte ich während meinem Geburtstag etwas Party haben und ging wieder in ein Hostal. Anders als gedacht, haben gerade die Umbauarbeiten begonnen und das Hostal war geschlossen. Durch einen super Host habe ich auch hier eine super Zeit gehabt und bei zwei- drei Projekten mithelfen können. Mehr zu meiner Zeit in Pichilemu hier.

Mein drittes Workaway war eine ganz spezielle Erfahrung. Ich habe bei einer Schamanin im Garten gewohnt und gearbeitet. Meine Erfahrungen dazu hier & hier.

Auf Workaway findet ihr viele Hostels, Landwirtschaftliche ECO Projekte, Familien die Unterstützung suchen, Unternehmen, Projekte und vieles mehr. Für alle die sich speziell für Gartenarbeiten interessieren gib es auch woofing, welches ich persönlich aber nicht ausprobiert habe. Ich konnte meine Ausgaben hier in Chile enorm verkleinern, da die Unterkunft je nach Land einen grossen Batzen ausmacht. Zudem habe ich einen speziellen Einblick in die Kultur und das Land bekommen. Für mich ist es unglaublich wichtig authentisch zu reisen und mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Workaway bietet dir eine einfache Lösung dies zu erreichen und Freundschaften auf der ganzen Welt zu knüpfen.

Hast du auch gerade Lust? Ich bin schon gespannt darauf, wo es mich als nächstes hinzieht.

Mit dem Bus erreicht man São Miguel do Gostoso von Natal aus in ca. 3 Stunden (16 Reais = ca. 5 USD). Vor 10 Jahren war hier noch nichts ausser gutem Wind und einigen Einheimischen. Nicht nur Brasilianer aus anderen Regionen Brasiliens, sondern auch Ausländer haben sich in den letzten Jahren hier nieder gelassen und den Ort zu dem gemacht was er Heute ist. Überall wird gebaut und es wird die erste Stadt in Rio Grande do Norte mit komplettem Kanalisationssystem sein.

Seit Carnaval vorüber ist, hat die Nebensaison begonnen und ich konnte die Ruhe geniessen. Alle die hier Leben hatten Ferien, irgendwie. Denn nach dem starken Regen Ende Februar und einer ausserordentlichen Flut sind Wind und Touristen weg. Flavio, mein Couchsurfing Host, hat mir das neu gebaute Chalet überlassen und ich fühlte mich pudelwohl. Seine Hündin Brisa und sein Kater Cuica waren auch lustige Mitbewohner. Wir haben lange gequatscht, seine Freunde waren bei uns zu Hause, eine Filmnacht hat es gegeben, Partys, Buggytours am Strand entlang und etwas in die Dünen rein, Spielstunden mit Brisa, Wellenhüpfen und ich habe sogar mein Kochrepertoir erweitert. Jackfruit, Stinkefrucht aus Asien (und anscheinend auch Brasilien) kann, bevor sie reif ist, als Gemüse/ Fleischersatz gekocht werden. Nach dem Kochen sieht es aus wie pulled-pork oder Hühnchen und mit der richtigen Würze könnte ich es wohl einem Fleischesser auch als das verkaufen. Ich werde Jackfruit sicher wieder kochen und es das nächste Mal für euch dokumentieren. Wie ihr im nächsten Beitrag sehen könnt, habe ich auch, viel an mir gearbeitet und bin mächtig stolz auf mich.

Gostoso ist einer dieser Orte an die ich gerne zurückkommen möchte und beim nächsten Mal hoffentlich Wind habe, um Kitesurfen zu lernen.

 

Von Olinda ging es am 24.02.2018 auf nach Pipa und ich habe einen neuen Weg gefunden Geld und Zeit zu sparen. Mein Couchsurfing Host hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es hier auch BlaBlaCar gibt. Günstig, direkt, perfekt.

Bei David angekommen, habe ich mich sofort wie zu Hause gefühlt. Wir haben lange gequatscht und danach angefangen zu kochen. Nach 12 Tagen brasilianischem Essen war ich unglaublich froh frisch, gesund und vegan zu kochen. Ich ernähre mich vegetarisch, kann aber auch paar Tage ohne Käse auskommen 😉 David ist ein guter Esser und hat bald angeboten, ich dürfe für immer hier bleiben. Das Essen sei einfach zu gut. Meine Gewürzsammlung ist wieder Mal zum Einsatz gekommen. Einfach lecker. Oder besser als lecker, einfach himmlisch. Abgesehen von Davids schöner Wohnung, meinen Kochkünsten und seiner Fähigkeit super leckere Caipirinhas zuzubereiten hat Pipa auch noch anderes zu bieten. Wir haben fast alle Stände auskundschaftet. Zur Praia Amor hatten wir den kürzesten Weg und somit blieb es der meistbesuchte Strand. Ob oben auf dem Kliff, damit man länger Sonne hat, oder unten im Sand ist einerlei. An einem Tag sind wir zur Praia das Minas. Da der Stand menschenleer ist, haben wir uns für Nacktbaden entschieden, was in mir wider diese heilende Wirkung hatte wie das Nackt sein in Chile. Da ich vor einer Zeit den Übermut hatte auf eine Waage zu stehen, habe ich wieder mehr Komplexe. 66 Kilo zu sehen hat mich echt schockiert.

Aber zurück zu Pipa. Mit Delia, einer Couchsurferin, sind wir zu der Praia Central gegangen (stinkig, touristisch und viele Barracas – nicht empfehlenswert) und von dort zur Praia Golfinhos (Delfinstrand) gelaufen. Dies ist nur bei Ebbe machbar. Delfine haben wir leider keine gesehen, schön war’s trotzdem. Sonnenuntergang haben wir in Tibado do Sul (15 Minuten mit dem Bus südlich von Pipa) geschaut, da in Pipa selber nur Sonnenaufgang zu bestaunen ist. Oder Vollmondaufgang über dem Cliff.

Jeden Freitagnachmittag gibt es im Zentrum eine Féria Orgânica (Biomarkt) mit leckerem Essen (Vegetarisch, Vegan, Glutenfrei, Bio), frischem Gemüse und Früchten und anderen biologischen Produkten.

Die Wellen sind auch hier sehr stark und Surfer gibt es viele, wenn auch ich noch immer nicht dazu gehöre.

Die Woche in Pipa ist schnell vergangen mit den Strandbesuchen, dem leckeren Essen und auch produktiven Tagen mit Schreiben und viel Recherche zum Thema online Business, digitale Nomaden etc. Ich bin gespannt darauf, was die Zukunft noch für mich bereithält. Auf jeden Fall sehe ich nicht mehr so schwarz wie vor einer Woche.

 

Manchmal läuft es einfach nicht so wie Frau will. Vor knapp zwei Wochen ist mein Telefon einfach ausgestiegen. Am Flughafen in Rio hat es sich mit schwarzem Bildschirm verabschiedet. Ich habe gehofft es sei nicht so schlimm und nach einer Woche in Olinda bin ich das Problem angegangen. Wenn mich Dinge zu sehr belasten und stressen, dann bin ich eine wahre Verdrängungskünstlerin. Als der erste Mechaniker sagte, er habe die passenden Teile nicht, war ich noch optimistisch. Leider konnte auch der zweite Doktor mein Kleines nicht mehr retten. Zudem habe ich festgestellt, dass beim Kauf der brasilianischen SIM Karte meine schweizer SIM verschwunden ist. Scheisse.

Seit ich Reise, habe ich solches Glück. Die Menschen sind liebenswürdig, an der Busstation folgt mir ein Chilene bis zum Auto weil ich mein Telefon liegen gelassen habe. Happy Christmas. Und wenn an Carnaval die Anderen ausgeraubt werden bringt mir jemand mein Geld, das aus meiner Tasche gefallen ist. Leider hilft Glück gegen Dummheit nicht.

Nach kurzem Ausrasten und anschliessendem Spaziergang am Meer habe ich mich beruhigt. Wir gehen also in ein Shoppingcenter auf Jagt. So viele Menschen und alles schreit KONSUM! Ich mache einen ganz guten Deal. Wir haben einige Shops angeschaut und im Endeffekt spare ich fast 100 USD. Jetzt ist Zahlen angesagt. Als ich die Kreditkarte hervor nehme denke ich zurück an das Telefonat mit meiner Mama. “Hast du abklären können, warum ein neuer Pin gekommen ist?” hat sie gesagt. Ach, wird schon schiefgehen. Erster Versuch – fehlgeschlagen. “Kann ich mit Debitkarte bezahlen?” habe ich gefragt und er verneint. Wie kontaktiere ich nun meine Mama? Zum Glück ist Bruno da und ich rufe meine Mama über sein Whatsapp an. Ja, ich kenne einige wenige Nummern auswendig. Noch Mal Glück gehabt in der heutigen Zeit der Digitalisierung. Beim zweiten Mal nimmt sie sogar ab. “Hallo?” fragt sie verunsichert ins Telefon. “Mama Notfall!”. Nach kurzer Erklärung wischt sie noch ihre Haare fertig, sie war gerade am Baden vor meinem Hilfeschrei, und ruft mich dann zurück. Nach Terminalwechsel und mehreren Versuchen mit beiden Pins bin ich nervlich echt am Ende. Kann ich nicht doch mit Debitkarte bezahlen? Wenn’s denn sein muss. Ja verdammt. Ich bin den Tränen nahe. Als das Terminal grün blinkt sehe ich ein Licht am Horizont. Jetzt noch Hülle und Panzerglas – ich will ja mein neues Spielzeug nicht schon jetzt zerstören. Die unglaublich liebe Frau vom Motorola Shop bietet mir an, die Installation vorzunehmen. Google Konto bitte. Das Passwort habe ich noch gewusst, aber der Zwei-Phasen-Sicherheitscheck will den Code des Authenticator. Dummerweise ist der zusammen mit dem alten Telefon gestorben. Mit guten IT-Kollegen schütze ich mich vor mir selber. Verdammt. Vage erinnere ich mich an 8-Stellige Sicherheitscode. Die sollten zu Hause auf dem Laptop sein.

Viele Nerven und Tränen später und etwa 280 USD leichter halte ich mein neues funktionsfähiges Motorola G5s in den Händen.

Ich spüre gerade die Befriedigung des Konsums durch meinen Organismus pumpen.

Carnaval do Brazil

Noch während des Carnavals habe ich einen Flug von Rio nach Olinda genommen. Warum? Zwei Orte = doppelter Spass.

RIO DE JANEIRO
Schon als Stadt für sich hat Rio unglaublich viel zu bieten. Die ersten Tage habe ich Sightseeing gemacht, wie ihr in diesem POST nachlesen könnt und ich kann mir gut vorstellen, nochmals zurück zu gehen.

Der erste Abend mit Freundinnen aus der Schweiz war für mich der Beste. Wir waren alle verkleidet und sind mit einer Gruppe Brasilianerinnen los gezogen. Wir haben viel getrunken und getanzt. Als die Mädels angefangen haben, mit jedem Typen zu knutschen, war ich zuerst erstaunt. Ist aber normal an Carnaval?!? 😮 Die Blocos (Umzüge) sind in ganz Rio verteilt und auch sonst ist überall auf der Strasse eine Feier. Ich war mit Südamerikanern, Brasilianern und Europäern unterwegs und hatte unglaublich viel Spass.

Betreffend Sicherheit habe ich viel Schlechtes über Rio und Carnaval gehört. Ich habe aber wieder Mal Glück gehabt und jemand lief mir sogar bis in den Bus nach, um mir meine 20 Reais zurück zu geben, die mir aus der Tasche gefallen sind. Ich will weiterhin an das Gute in den Menschen glauben, bin hier aber sicher vorsichtiger unterwegs als in Asien.

Rückblickend hätte ich mir, wenn auch teuer, ein Hostel im Zentrum gebucht und wäre mit mehr Cariocas (Leute die in Rio leben) unterwegs gewesen. Zudem hätte ich das Geld in die Hand genommen und wäre einen Sambadrome (die Shows der Sambaschulen) schauen gegangen. Hier hätte ich nicht versuchen sollen günstig zu reisen…

OLINDA / RECIFE
In Recife wurde ich von Bruno abgeholt und wir gingen zu seinen Eltern nach Olinda. Wir kennen uns seit 2012 und es ist ein schöner Zufall, da er selber auch nur zu Besuch in Brasilien ist.

Am Abend gingen wir zurück nach Recife, da wir uns das geniale Konzert von Natiruts nicht entgehen lassen konnten. Natiruts ist eine international bekannte brasilianische Reggae Band aus Brasilia und hat eine super Stimmung kreiert. Mit Dealern aus den Favelas (die Slums aus Brasilien) haben wir Bier getrunken und die Stimmung war ausgelassen und friedlich.

Abgesehen von den Blocos gab es in Recife und Olinda überall Konzerte und traditionelle Tänze.  Ich habe mich mit Bruno sehr sicher gefühlt und das Polizeiaufgebot war viel grösser als in Rio. Am zweiten Tag sind nach dem Erkunden Olindas bei seiner Familie gelandet, die mit grossen Musikboxen im Hauseingang ihre eigene Feier hatten. Viel Bier, Tanz und gute Gesellschaft hat mich hier erwartet.

Leider war das dann doch zu viel Party für meinen Körper und eine Fiebergrippe hat mich einen Tag komplett flach gelegt und begleitet mich immer noch.

FAZIT
Carnaval ist der Hammer. Ob in Rio, Salvador, Olinda oder auf einer kleinen Insel. Es kommt immer auf den Geschmack und vor allem die Leute an. Jetzt bin ich froh, kann sich mein Körper etwas erholen und die Strände hier im Norosten geniessen.

Genauso ist es, ich bin gerade frustriert. Dabei weiss ich gar nicht wieso. Oder doch?

Vor drei Tagen hat eine Fiebergrippe meinen Carnaval verkürzt, was echt schade ist. Den Post zum Carnaval habe ich zwei Mal neu begonnen und finde ihn immer noch scheisse. Uups… Wieso so negativ?

Ich bin bei Bruno, einem guten Freund, den ich 2012 auf den Gilis kennen gelernt habe. Wir geniessen eine unglaublich schöne Zeit zusammen, aber ich fühle mich so unruhig.

Schon seit einer ganzen Weile kristallisiert sich für mich heraus, dass ich mich an einem Ort niederlassen und arbeiten muss. Daher kommt meine Unruhe, glaube ich. Aus sprachlichen Gründen will ich mich aber nicht in Brasilien niederlassen. So viele Vorstellungen. Ich weiss nicht was ich tun soll!!

Puh… ich fühle mich etwas ausgekotzt…

Morgen gehen wir nach Porto de Galinas, einen der schönsten Stände in Pernambuco. Ich versuche die „Ferien“ zu geniessen und mich später mit der Arbeit zu befassen. Ich glaube es ist Zeit für etwas Handfestes.

Bevor meine Welt hier in Rio de Janeiro im Carnaval untergeht, möchte ich noch etwas über das Sightseeing berichten.
Am ersten Tag war ich mit meinem Couchsurfing Host in Barra da Tijuca unterwegs. Es liegt etwas außerhalb vom Zentrum, hat aber selber eine kleine Partystrasse, schöne Strände, viel Natur und wir wohnen hier. Am zweiten Tag habe ich ihn zu der Free Walkers Tour mitgenommen und wir waren im Zentrum, in Santa Teresa bei der berühmten Treppe Escadaria Selarón und später alleine noch in der Kathedrale von Saint Sebastian. Die Tour war, abgesehen vom Regen, wirklich gut und wir haben uns für die Pubcrowl am Samstag mit unserem Guide eingetragen. Da mein Host kein Partytier ist, haben wir es am Abend wieder ruhig genommen.
Gestern um 10.00 Uhr ging es zum Cristo. Die günstigste Anfahrt ist mit dem öffentlichen Verkehr: Metro bis Largo do Machado und dann mit dem Bus 580 Richtung Cosme Velho. Entweder habt ihr euer GPS an oder ihr fragt den Buschauffeur oder Mitfahrende wo aussteigen. Danach müsst ihr nur noch die Stasse überqueren. An eurer Stelle empfehle ich, vorher was zu essen, da Essen und Trinken meiner Meinung nach zu teuer und qualitativ schlecht war. Der Zug braucht etwa 20 Minuten für hoch und kostet 75 Real (ca. 25 USD). Ihr könnt ihn online buchen oder vor Ort. Der Cristo ist eines der Wahrzeichen Rios und war an diesem Tag totaaaal im Nebel. Ich war früh genug da, um den Cristo noch ganz zu sehen, aber der Blick in die Stadt war entweder dunstig oder komplett weiss. Schade (vorallem weil ich Fotos von strahlend blauem Himmel von heute Morgen gesehen habe). Der Sicherheitswächter war lustig und hat mir angeboten, die Fotos von mir zu machen, da ich armes Ding ganz alleine da war. Die Idee mit der Spiegelbrille kam von ihm. Nachdem das Wetter nach über einer Stunde warten nicht besser wurde, ging ich weiter. In Copacabana war ich Sushi essen und traf mich spontan mit einer Freundin aus der Schweiz. Sie hat mein Foto vom Cristo gesehen und mich angeschrieben. Was uns die Technik nicht alles ermöglicht. Wir lagen etwas am Strand und haben uns gesonnt und gequatscht. Am Abend habe ich für meinen Host und sein Papa lecker Vegan gekocht und war dann schon wieder früh im Bett.
Heute Morgen bin ich um 7.15 Uhr aufgewacht und ging Richtung Botanischer Garten und mit den Mädels zu brunchen. Ich habe gerade meine Carneval Sachen bei meinem Host geholt und stationiere mich nun bei den Mädels. Ich bin bereit für 48 Stunden Party!

Wiedersehen in Paraty

Auf Paraty (nicht Party sondern der Ort im Bundesstaat Rio de Janeiro) habe ich mich ganz besonders gefreut. Also eigentlich auch nicht auf Paraty, sondern auf Fabio, einer meiner besten und langjährigsten Freunde. Seit 6 Wochen reiste er mit seiner Freundin Joelle durch Brasilien und wir haben geplant uns hier zu treffen. Nach 24 Stunden Reise und Grosskontrolle der Polizei wollte ich eigentlich nur noch im Maracuja Hostel ankommen und duschen. Die Beiden haben mich aber überrascht und nach einer verschwitzten Umarmung haben wir angefangen zu quatschen, bis unsere Mägen rumorten.

Schon am ersten Abend haben wir „unsere“ Bar gefunden, an welcher wir auch an den Folgeabenden anzutreffen waren. Caipi Fruta mit Passionsfrucht, Erdbeere, Limette, Kiwi oder Ananas stand auf dem Trinkplan. Hier in Brasilien kann man meistens sogar den Cachaca wählen und wir haben und in den Maria Izabel verliebt. Ein handbemachter Cachaca aus einer der sechs Destillieren rund um Paraty. Diese Frau macht alles selber und wenn man sie genug früh informiert, kann man auf einen Trunk bei ihr vorbei gehen.

Aber wir haben nicht nur getrunken. Am ersten Tag fuhren wir mit dem local bus nach Trinidad zum schönsten Strand in der Region. Der Bus fährt stündlich und kostet hin und zurück nur 8.50 Reals (ca. 2.50 USD) anstelle einer Tour für ein X-faches. Leider war uns das Wetter nicht so gut gesonnen und die Sonne kam nicht raus. Ob Sonne und gesonnen den gleichen Wortstamm haben? Wie auch immer. Fabio und Joelle haben seit dem Beginn ihrer Reise viel Abfall gesehen und angefangen die Strände zu reinigen. Schon jetzt essen Fischesser immer mehr Plastik mit und der siebte Kontinent (die Plastikinsel im Pazifischen Ozean, welche schon jetzt grösser als Indien ist) wächst unerbittlich. Ich werde dieses Projekt weiterführen und euch auf Instagram up-to-date halten.

Am nächsten Tag haben wir mit Paraty Tours die Wasserfälle- Cachaca Tour gemacht. Für 90 Reals (ca. 28 USD) haben wir von 10.30 Uhr bis um ca. 17.30 Uhr Unterhaltung gehabt. Geschichtstour, Wasserfälle inklusive Wasserrutsche und eine Tour durch eine Cachaca Fabrik stand auf dem Plan. Nach dem Durchtesten aller Cachacas haben wir in einem Restaurant lecker hausgemachte Pasta gegessen. Ich fand diese Tour sehr toll und vor allem hat es mich gefreut, einmal nicht von einem Ort zum anderen Ort hetzten zu müssen, sondern effektiv Zeit zu haben und die Orte geniessen zu können.

Jeweils montags ist in Paraty Samba Nacht und das halbe Städtchen tanzt zusammen mit den Touristen auf dem überdeckten Platz im Zentrum. An diesem Montag ist sogar noch ein Bloco (bei uns würde es Guggenmusik heissen) vorbei gezogen und ich habe mich wirklich gut amüsiert.

Mit Fabio hatte ich ein Stück von zu Hause auf meiner Reise, was mich sehr gefreut hat. Ihn zusammen mit seiner Freundin zu sehen, hat mich aber an meine Zeit mit meinem Ex in Indien erinnert. Diese Erinnerungen sind auch nach 7 Monaten noch von emotionaler Natur. Es gibt eben immer wieder up‘s und down‘s. Fabio ist jetzt wieder auf dem Nachhauseweg, nach Bern, in seine Wohnung, zu seinem Job, mit seiner Freundin und wird meine Familie sehen, da er noch Havaianas mitbringt. Manchmal frage ich mich schon, wann bei mir Mal wieder Routine einkehrt. Dazu gibt es wohl in näherer Zukunft einen Beitrag.

Jetzt bin ich aber in Rio und bereite mich auf Carnaval vor. Let’s get the party started!

Abgesehen von der Tagestour zu den Iguazú Wasserfällen war Florianópolis der erste Stopp in Brasilien. Was für ein Start. Nach einer lustigen Busfahrt mit einer Israelin und kläglichen Versuchen etwas Portugiesisch zu lernen (wie zum Teufel spricht man das nur aus?), bin ich erschöpft in Floripa angekommen. Mit meinem immer grösseren Gepäck lief ich einen Kilometer zur Arbeitsstelle meines Couchsurfing Hosts Rogerio. Er hat mich herzlich empfangen und nachdem ich den Grossteil meines Gepäcks bei ihm im Auto verstaut habe, haben wir uns eine Stunde später für Mittagessen verabredet.

Von TIM habe ich mir eine SIM Karte geholt (ganz einfach, nicht so wie viele Reisende mir berichtet haben) und bin etwas durch das Städtchen geschlendert. Strassenmusik, ein wunderschöner Park mit alten Bäumen, Männer um etliche Tische versammelt und am spielen – einfach wunderbar. In einem vegetarischen Buffetrestaurant haben wir gegessen und sind danach noch eine kleine Kunstausstellung besuchen gegangen. Für Kaffee und Schreiben habe ich mich in ein etwas unterkühltes Kaffee gesetzt. Warum haben die Restaurants und Busse nur immer das Gefühl Kühlschrank spielen zu müssen? Später bin ich nochmals durchs Städtchen spaziert und habe Gewürze gekauft. Am Markt vorbei gelaufen, hätte ich mich am liebsten zum Gebet nieder gelegt. Frisches Gemüse, tropische Früchte, Kokosöl und vieles mehr. Diese Qualität und die Auswahl haben mich richtig dazu aufgefordert zu kochen. Ja, richtig erkannt, Essen macht mich glücklich. So einfach ist das 😉

Eine halbe Stunde ausserhalb des Zentrums, in Porto da Lagoa, wohnt Rogerio. Kaum angekommen haben wir uns zum Strand aufgemacht. Eine Regenwasser Lagunenlandschaft und Sanddünen trennten uns jedoch vom Strand. Durch das dunkle, leicht rötliche Wasser zu waten, das teilweise bis über die Brust kommt, war etwas ungeheuerlich, aber ich wurde von niemandem gefressen. Das Meer war rau und ist für Surfer ein Paradies. Ich geniesse die kleine Joana, die vom Wellenhüpfen begeistert ist. Mit einer Flasche Wein haben wir auf den Mondaufgang gewartet. Kurz vor Vollmond leuchtet er ganz besonders. Zu Hause hat Rogerio Zucchinirisotto gekocht und zum Dessert gab es Erdbeer Daiquiri. Die erste Nacht habe ich kaum geschlafen, da mich die Mücken regelrecht gefressen haben. In den letzten Monaten wurde ich so verschont, dass mein Körper umso schlimmer reagiert hat. Den zweiten Tag in Floripa habe ich somit ruhig angehen lassen, etwas die Sonne genossen und habe ein Indisches Dinner zubereitet. Daal, Aloo Gobi und Reis – ich wollte meine neuen Gewürze doch ausprobieren und wieder Mal meine Kreativität ausleben.

Am folgenden Tag habe ich mir Rogerios Fahrrad geschnappt und bin knappe 40 Kilometer geradelt. Ich fuhr runter zur Praia da Armação (Praia bedeutet Strand auf Portugiesisch) und habe die kleine Insel Ponta das Campanhas angeschaut und dann etwas relaxt. Auf dem Rückweg habe ich einen Stopp beim Lagoa do Peri (Lagoa bedeutet See auf Portugiesisch) gemacht und da nochmals gebadet. Obwohl ich mich zwei Mal eingecremt habe, war mein Rücken ziemlich rot von der Fahrt. Am letzten Tag, als ich nochmals zum Strand ging, habe ich sicherheitshalber mein Shirt anbehalten. Da an diesem Freitag, dem 02. Februar, der Tag der Göttin des Meeres „Yemayá“ war, habe ich ihr Blumen gebracht und sie zelebriert. Dieser Glaube kommt aus der afrobrasilianischen Candomblé Religion.

Zurück ins Zentrum ging es mit dem Bus und nach einem letzten Bier haben wir noch einen Gang durch die Beginne des Karnevals gewagt.

Florianópolis war der perfekte Start in ein wunderbares Land. Auf den nächsten Stopp – Paraty – freue ich mich ganz besonders. Ein Stück Heimat wartet da auf mich.

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