Nackt sein

„Füdliblutt“ würde ich auf Schweizerdeutsch sagen. Genau dieses Gefühl habe ich in den letzten Tagen hier im ECO Camping Ganimedez, Cochiguaz im Valle del Elqui zelebriert.

Bodyshame, size 0, Essstörungen, Selfies und Modelmasse sind nur einige der Begriffe die unsere Zeit und somit unser Selbstbild prägen. Schon in der Schule wurde ich mit der Magersucht einer Freundin konfrontiert und die Problematik hat weltweit in den letzten Jahren nur noch zugenommen. Wer hat heutzutage noch ein gesundes Bild seines Körpers, lächelt nicht etwas mehr für das Selfie und setzt sich in Pose wenn man gesehen wird. Auf meinen Reisen habe ich mich oft mit meinem Selbstbild auseinandergesetzt. Ich habe aufgehört meine tägliche Schmink-Maske aufzusetzen und mich selten so wohl gefühlt wie in Afrika, wo ein anderes Schönheitsideal herrscht.

Seit einer Weile folge ich Conni Biesalski, welche mich auch vom Bloggen überzeugt hat und auf ihrer neuen Seite live your heart out viel über das Thema „vulnerability“, auf Deutsch „Verletzlichkeit“, spricht. Dieses Thema und die Gelegenheit hier in der Natur zu sein, haben mich dazu gebracht, mir täglich Minimum 15 Minuten Nackt-Zeit zu verschreiben. Zu Hause habe ich das auch eine Weile getan, mich vor den Spiegel gestellt und mir gesagt, dass ich mich liebe und ich schön sei. Zu Beginn fühlte sich das echt komisch an, aber je länger ich es gemacht habe umso einfacher fiel es mir. Hier lege ich mich einfach nackt an den Fluss und versuche meinen Körper zu akzeptieren und lieben wie er ist. Die weissen Brüste die grösser sein dürften, der Bauchansatz der schon eine Weile hartnäckig an mir fest hält, das OM-Tattoo aus Nepal auf meinem Hüftknochen, das gebärfreudige Becken (Worte meiner Frauenärztin), die blonden Härchen auf meinen Oberschenkeln und die Operationsnarben auf meinen Füssen. Wenn ich jetzt meine Augen schliesse, mich nicht vergleiche sondern bei mir bin, dann fühle ich die Sonne auf meinem Gesicht, den gleichmässigen Herzschlag, die frische Luft, die in meine Lungen strömt und meine langen Haare die mich mit dem Wind zu kitzeln versuchen.

Eigentlich ist doch alles gut so wie es ist. Ich darf gut sein so wie ich bin. Mein Körper steht genauso im Wandel wie alles andere auch. Lasst uns doch alle etwas mehr Selbstliebe zelebrieren. Nackt sein ist doch eigentlich ganz natürlich. Nicht?

3 Kommentare zu “Nackt sein

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  2. Pingback: Pipa – veganes Essen, Strände und Vollmond | compass of joy

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