Zu Hause sein

Für mich als Langzeit Alleinreisende ist das Gefühl an einem Ort zu Hause zu sein essentiell. Ich habe das Glück eine wunderbare, liebevolle Familie zu haben und auch in meiner WG Zeit habe ich immer versucht ein Heim zu kreieren. Wie also mache ich das auf meiner Reise? Ein schweizer Pärchen war die letzten zwei Tage hier und hat mich dazu inspiriert, diesen Beitrag zu schreiben. Mein Reisestil und die Fähigkeit mich anzupassen hat sie fasziniert. Dieses Gefühl irgendwo ganz sich selbst sein zu können und auch gut so zu sein, das muss man in sich selbst kultivieren.

Dieses Jahr habe ich mir oft Zeit gelassen beim Reisen und gemerkt, dass ich mich innert kürzester Zeit an einem Ort wohl und sogar zu Hause fühlen kann. Spätestens nach drei Tagen bin ich meist daheim. Ich BIN mein zu Hause, mein Backpack all die Einrichtung die ich brauche.

Zu Beginn eines neuen Landes, einer neuen Stadt oder einer neuen Aufgabe bin ich auch nervös und unsicher. Ich habe aber gelernt, mir die Zeit zu geben die ich brauche. Wenn ich also Lust darauf habe am ersten Tag die Sicherheit des Hauses/ Hostels zu geniessen, dann stresse ich mich nicht. Zeitdruck ist zum Glück keines meiner Probleme. Jeden Tag an dem ich frei entscheide, begreife ich das ein wenig mehr. Auch auf neue Menschen zu zugehen fällt mir manchmal schwer. Gerade hier in Lateinamerika ist es nicht immer einfach, da mein Spanisch noch in den Kinderschuhen steckt. Wenn aber diese erste Hürde überwunden ist, dann steht neuen Freundschaften nichts mehr im Weg.

Die Fähigkeit sich so schnell auf etwas Neues einlassen zu können, kommt sicher auch aus den vielen schönen, nährhaften und herzerwärmenden Begegnungen. Ich bin immer noch im Camping Ganimedez in Cochiguaz und geniesse den Anschluss an ihr Familienleben jeden Tag. Die ersten drei Tage habe ich mit einem Freund verbracht und als er wieder arbeiten musste, wollte ich nicht gehen. Ich habe ein Zelt ausleihen können und wurde ganz natürlich zum Essen eingeladen. Ich habe Zeit mit den Kleinen und den Grossen verbracht und festgestellt, dass fast alle etwas Englisch sprechen. Mein Wortschatz habe ich vergrössert, ich habe schon mehrmals gekocht und bringe immer wieder eine Flasche Wein oder Pisco mit. Sie haben mich aufgenommen als Teil ihrer Gemeinschaft und geniessen den Austausch genauso wie ich. Sie haben sich sogar bei mir bedankt. Meine herzliche und offene Art hat ihnen ein ganz neues Bild der Europäer gezeigt.

Ich wünsche euch auch die Möglichkeit einzutauchen, mit neuen Kulturen zu verschmelzen und euer zu Hause in euch selber zu finden. Natürlich könnt ihr sagen „Du hast ja Zeit.“ und damit habt ihr nicht Unrecht, aber es gibt viele Möglichkeiten auch für kurze Zeit einzutauchen, wie ich im Beitrag zum Couchsurfing und Workaway geschrieben habe. Es ist nur eine Frage der Absicht und des Willens. Für mich ist es DIE Art zu Reisen.

Viel Spass beim Reisen, Entdecken und Erleben.

 

Ein Kommentar zu “Zu Hause sein

  1. Pingback: Valle del Elqui | compass of joy

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