Meine 5 Lieblingsorte in Indien

Alle die mich kennen, wissen wie sehr ich Indien liebe. Ganz sicher wird es noch einige Einträge und weitere Reisen in dieses wunderbare und vielfältige Land geben. Hier möchte ich euch meine Top 5 vorstellen. Da die Zusammenstellung aus drei Reisen und insgesamt über 8 Monaten kommt, wird es schwierig sein sie in nur einer Reise zu kombinieren. Die Aufzählung ist nicht die Favorisierung sondern chronologisch vorgenommen.

Goa

Goa ist der kleinste Staat Indiens, aber wahrscheinlich einer der bekanntesten. Wir befinden uns hier im Südwesten des Landes an der Westküste. Durch die Kolonialisierung der Portugiesen bis 1955 hat dieser Staat eine christliche und westliche Prägung. Viele nur noch zum Teil erhaltene Kirchen und alte portugiesische Herrenhäuser findet man hier. Als ehemalige Hippi-Community und Party und Drogen Paradies ist Goa bekannt, hat aber noch viel mehr zu bieten.

Im August 2017 habe ich 3 Wochen im Lazy Llama Hostel bei Dhruv und Saneesh verbracht. Ich bin über das Profil Workaway gekommen und mit einer neuen Familie im Herzen gegangen. Da es Ende Monsoon Zeit war, hatten wir erst wenige Touristen und es war verträumt. Während der Hauptsaison ist Anjuna aber eine Partyhöhle mit viel Psy-Trance und anderer elektronischer Musik. Ich hatte das Glück, die wunderschöne Natur erleben zu können, die der Monsoon zu bieten hat. Grünschattierungen und Felder soweit das Auge reicht. Vom Stand kann man aber in dieser Jahreszeit nicht profitieren, da das Meer oft sehr unruhig ist und vom Baden abgeraten wird.

Goa ist einer meiner Lieblingsorte weil ich mich hier wie in einer Familie gefühlt habe und von unglaublichen Menschen umgeben war. Tagelang kann man mit dem Motorrad die Strände im Süden und Norden und das Inland abfahren und findet sehr schnell das ländliche Leben, auch wenn das durch die Touristenmassen am Strand und in den Strassen auf den ersten Blick nicht so scheint.

Leh

Mit 3‘500 MüM eine der höchstgelegen Städte die ganzjährlich bewohnt wird und Wintertemperaturen um die -20°C bietet. In Jammu & Kashmir, dem nördlichsten Staat Indiens liegt Leh, die Hauptstadt der Provinz Ladakh. Als Sommerresidenz von Dalai Lama und buddhistische Region erinnert es an Tibet. Farbenfrohe Gebetsflaggen und traditionelle Kleider säumen alle Strassen. Als ich Ende Juni/Anfang Juli 2017 für gut zwei Wochen da war, haben wir am Strassenrand auf den Dalai Lama gewartet und sind zu seinen Ehren auch an seinem Geburtstagsfest gewesen. Obwohl ich ihn bei beiden Anlässen kaum gesehen habe, die Menschenmassen sind riesig, ist die Ausstrahlung dieses Mannes doch gross genug um ihn fühlen zu können.

Abgesehen davon konnte ich mit Freunden und ihren Autos das Umland entdecken, Tempel und Koster besuchen und vor allem klettern. Im Zentrum von Leh findet man das Boulder Gym TraviT, welches Freunden von mir gehört. Jeden Tag bouldern im Gym plus Ausflüge nach Shey zum Sportklettern, das bedeutet mit Seil und Sicherung, und Exploring- & Campingtrip in Nye, einem neu erschlossenen Klettergebiet eine Stunde von Leh entfernt. Auch wenn ich ein halbes Jahr nicht klettert war, habe ich in diesen zwei Wochen viel gelernt und mich täglich verbessern können.

Leh ist atemberaubend. Eine Wüste auf 3‘500 Metern mit Blick auf viele Schneebedeckte 6‘000 Meter Gipfel und zwischendrin fruchtbare Oasen. Alles auf einen Blick. Zudem hat das Klettern und täglich Sport machen Körper und Geist belebt. Auch hier durfte ich wunderschöne Freundschaften schliessen und habe die zwei Spanier sogar schon in Madrid besucht.

Nongriat

Der Nordosten Indiens ist kaum bekannt, da das Gebiet von China, Bangladesch und Myanmar umgeben ist und sich diese sieben Staaten auch gerne als eigenständig sehen. Nongriat liegt neben Cherrapunji in Meghalaya, einem Staat der mich enorm fasziniert hat. Im Mai 2017 war ich mit meinem Ex hier unterwegs, das heisst knapp vor der Monsoon Zeit. Wir haben von den lebenden Wurzelbrücken gehört, welche wir unbedingt sehen wollten. Mit einer Engländerin zusammen haben wir uns für die 3‘000 Treppenstufen entschieden und für eine Nacht gepackt. Mit Temperaturen von knapp 30°C und einer Luftfeuchtigkeit von 100% schwitzt man bei jedem Schritt. Je weiter man runter steigt, wird man sich bewusst, dass man da später wieder hoch muss. Die Landschaft verändert sich drastisch. Noch rund um Cherrapunji könnte man in den schottischen Highlands sein und hier sind wir in einem topischen Valley. Überall in Meghalaya gibt es diese Schluchten mit 1‘000 Wasserfällen, Flüssen und Insekten. Bei der ersten Wurzelbrücke angekommen waren wir alle sprachlos und die ersten Schritte trat ich zögerlich. Kann uns dieses Konstrukt aus lebenden Wurzeln wirklich tragen?

Die Faszination war so gross, dass wir drei Nächte blieben. Die Wurzelbrücken, versteckte Badepools, natürliche Massagewasserfälle und Sprudelbecken, Dschungelessen aus komischen Blättern und abertausend Insekten haben diese drei Tage zu einem unglaublichen Erlebnis gemacht. Für alle die eine etwas andere Indienreise planen und etwas abseits Touristenpfaden wandern wollen, ist der Nordosten ein Muss.

 

Hampi

Ich muss den Namen nur hören und schon zaubert sich ein Lächeln auf meine Lippen.

Hampi liegt im Süden, in Staat Karnataka. Könnt ihr euch noch an die Flinnstones erinnern oder an den Film „Das Land vor unserer Zeit“? Dies sind zwei Bilder die mir sehr präsent waren. Hampi wurde in den letzten Jahren sehr populär, da es DER Boulder Ort in Südindien ist. Ich wusste nicht was bouldern ist und habe mir mit einer Finnin zusammen zwei Tage die ganzen Tempel und Ruinen angeschaut und wahnsinnig gut gegessen. Als wir am letzten Tag dann doch noch zu der anderen Seite über den Fluss gingen haben wir uns erst richtig in den Ort und die Menschen verliebt. Wir haben kurzerhand unseren Bus nach Goa sausen lassen, jemand hat unser Gepäck vom Hostel der anderen Seite rüber gebracht und nach einer Geburtstagsparty haben wir draussen übernachtet. Sap kouch milega. Alles ist möglich. Das ist Indien.

In dieser unglaublichen Landschaft mit den vielen Steinen die teilweise wie arrangiert wirken, dem See und den grünen Reisfeldern habe ich meinen Sport entdeckt. Die zwei zusätzlichen Tage haben mir Freunde fürs Leben geschenkt und das Gefühl, das Indien so speziell macht. Wenn du es zulässt bringt dir das Leben alles was du dir nur wünschen kannst und noch viele Überraschungen die es zum Abenteuer machen.

Jaisalmer

Natürlich darf der Staat Rajastan nicht fehlen. Der grösste Staat Indiens liegt im Westen und grenzt in der Wüstenregion an Pakistan. Für viele Touristen sind Pushkar, Jaipur, Jodhpur, Udaipur und eben Jaisalmer aus keiner Indienreise weg zu denken. Für mich war Rajastan so, wie ich mir Indien vorgestellt habe. Laut, viele Menschen, bunt, ein Gemisch aus Arm und Reich. Jaisalmer ist die letzte grössere Stadt vor der pakistanischen Grenze und der Eintrittspunkt für viele Ausflüge in die Wüste.

Nach zwei Nächten im Fort auf ging ich auf eine 5 tägige Kamelsafari in die Wüste. Die Wüste hat mich schon lange gerufen und somit musste das sein. Die ersten zwei Nächte waren wir eine Sechser Gruppe mit Guides und Kamelen und die zwei Folgenächte war ich mit einem Guide und drei Kamelen alleine. Während dem Tag durchquerten wir das kahle sandige Flachland, in dem immer wieder Sträucher und Bäume wuchsen und die Nächte verbrachten wir in verschiedenen Dünen. Die Sanddünen sind das was mich so fasziniert. Die Weite und das Nichts. In den letzten Jahren war ich in der Sahara in Marokko und Tunesien und bin jetzt gerade in der Atacama Wüste in Chile.

Zurück zu meiner grossen Liebe „Incredible India“. Alles was ich suche und nicht suche finde ich hier. Die wunderschönsten Orte, so viele Freundschaften und Familie, die Spiritualität und eine Diversität in Natur, Kultur, Sprache, Essen, Menschen… Ich könnte weitermachen und noch 1‘200 Worte mehr schreiben, doch erleben müsst ihr es selber. Klar ist, dass ich es jedem nur empfehlen kann und mich auf meine nächste Reise nach Hause schon sehr freue.

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