Glaciar Perito Moreno und der Minitrekk

Die Südpatagonische Eisfläche ist nach der Antarktis und Grönland die drittgrösste der Welt. Gletscher haben zwei wichtige Funktionen. Einerseits regulieren sie das Klima, indem sie das Sonnenlicht reflektieren und die Erde kühlen und andererseits sie sind ein sehr wichtiges Frischwasserreservoir. Nur 3% des Wassers weltweit ist Frischwasser und 77% davon ist in den Eisflächen gelagert.

In El Calafate angekommen, habe ich mit Hielo&Adventura das Minitrekking auf dem Perito Moreno Gletscher gebucht, dem drittgrössten Gletscher Argentiniens. Wenn ihr noch nie auf einem Gletscher ward, sind die 3‘300 Pesos (ca. 165 USD) gut angelegt. Zudem kostet der Eintritt zum Nationalpark auch noch 500 Pesos (ca. 25 USD). Der Perito Moreno ist eine der grössten Touristenattraktionen in Argentinien und mündet im Lago Argentino, dem grössten See Argentiniens.

Die Tagestour beginnt mit viel warten und fahren. Zwischen 10:00 und 12:30 Uhr haben wir alle Mitreisenden aufgeladen, sind zum Gletscher gefahren, haben den Nationalpark bezahlt und sind von Regen überrascht worden. Beim Gletscher angekommen, sind wir alle sprachlos. Diese gewaltige Eismasse hat knapp 70 Meter Höhe und erstreckt sich über eine Länge von etwa 30km. Zwei Stunden verbringen wir auf den Balkonen und schauen zu, wie immer wieder Eisschollen runter brechen. Hier essen wir auch zu Mittag, bevor es zu der 7km entfernten zur Bootsstation geht. Nachdem die Besichtigung der Balkone fast trocken war, hat hier der Regen wieder richtig eingesetzt. Wind und Regen peitschte gegen das Boot und der Himmel war grau verhangen. Als wir nahe am Gletscher fuhren, vergassen wir den Regen aber und fotografierten. An Land angekommen, liessen wir ein Teil unseres Gepäcks zurück und gingen nach einer Informationsrunde und dem Anziehen der Spikes (Metallsohlen mit Nägeln, damit man auf dem Eis nicht rutscht) los. Das Wetter ist wechselhaft und das Eis mit der leicht blauen Färbung erinnert mich einmal mehr an Styropor. Eine gute Stunde laufen wir über das Eis, schauen in tiefe blaue Schluchten, sehen Wasserströme und machen Fotos. Am Ende kommt sogar die Sonne nochmals raus. Nach etwas Schokolade und Scotch geht es weiter in die Höhle. Vor wenigen Tagen haben sie eine Höhle entdeckt, die aktuell begehbar ist. Eingeschlossen zu sein im Eis mit diesen blauen und in der Tiefe sogar ultravioletten Lichtverhältnissen ist magisch. Auch etwas bedrückend da es von der Decke tropft, wir eigentlich unter dem Gletscher sind und der vor unseren Augen schmilzt.

Sich auf dem Eis zu bewegen ist sehr eindrücklich. Der Gletscher ist etwas so altes, für die Umwelt so wichtiges und doch auch so etwas schwindendes. Die Guides müssen täglich neue Wege finden, da sich der Gletscher bewegt und verändert. In der Höhle unter dem Gletscher zu sein war aber fast noch spezieller. Definitiv ein Ort für die Bucket-List.

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