Florianópolis – die Insel

Abgesehen von der Tagestour zu den Iguazú Wasserfällen war Florianópolis der erste Stopp in Brasilien. Was für ein Start. Nach einer lustigen Busfahrt mit einer Israelin und kläglichen Versuchen etwas Portugiesisch zu lernen (wie zum Teufel spricht man das nur aus?), bin ich erschöpft in Floripa angekommen. Mit meinem immer grösseren Gepäck lief ich einen Kilometer zur Arbeitsstelle meines Couchsurfing Hosts Rogerio. Er hat mich herzlich empfangen und nachdem ich den Grossteil meines Gepäcks bei ihm im Auto verstaut habe, haben wir uns eine Stunde später für Mittagessen verabredet.

Von TIM habe ich mir eine SIM Karte geholt (ganz einfach, nicht so wie viele Reisende mir berichtet haben) und bin etwas durch das Städtchen geschlendert. Strassenmusik, ein wunderschöner Park mit alten Bäumen, Männer um etliche Tische versammelt und am spielen – einfach wunderbar. In einem vegetarischen Buffetrestaurant haben wir gegessen und sind danach noch eine kleine Kunstausstellung besuchen gegangen. Für Kaffee und Schreiben habe ich mich in ein etwas unterkühltes Kaffee gesetzt. Warum haben die Restaurants und Busse nur immer das Gefühl Kühlschrank spielen zu müssen? Später bin ich nochmals durchs Städtchen spaziert und habe Gewürze gekauft. Am Markt vorbei gelaufen, hätte ich mich am liebsten zum Gebet nieder gelegt. Frisches Gemüse, tropische Früchte, Kokosöl und vieles mehr. Diese Qualität und die Auswahl haben mich richtig dazu aufgefordert zu kochen. Ja, richtig erkannt, Essen macht mich glücklich. So einfach ist das 😉

Eine halbe Stunde ausserhalb des Zentrums, in Porto da Lagoa, wohnt Rogerio. Kaum angekommen haben wir uns zum Strand aufgemacht. Eine Regenwasser Lagunenlandschaft und Sanddünen trennten uns jedoch vom Strand. Durch das dunkle, leicht rötliche Wasser zu waten, das teilweise bis über die Brust kommt, war etwas ungeheuerlich, aber ich wurde von niemandem gefressen. Das Meer war rau und ist für Surfer ein Paradies. Ich geniesse die kleine Joana, die vom Wellenhüpfen begeistert ist. Mit einer Flasche Wein haben wir auf den Mondaufgang gewartet. Kurz vor Vollmond leuchtet er ganz besonders. Zu Hause hat Rogerio Zucchinirisotto gekocht und zum Dessert gab es Erdbeer Daiquiri. Die erste Nacht habe ich kaum geschlafen, da mich die Mücken regelrecht gefressen haben. In den letzten Monaten wurde ich so verschont, dass mein Körper umso schlimmer reagiert hat. Den zweiten Tag in Floripa habe ich somit ruhig angehen lassen, etwas die Sonne genossen und habe ein Indisches Dinner zubereitet. Daal, Aloo Gobi und Reis – ich wollte meine neuen Gewürze doch ausprobieren und wieder Mal meine Kreativität ausleben.

Am folgenden Tag habe ich mir Rogerios Fahrrad geschnappt und bin knappe 40 Kilometer geradelt. Ich fuhr runter zur Praia da Armação (Praia bedeutet Strand auf Portugiesisch) und habe die kleine Insel Ponta das Campanhas angeschaut und dann etwas relaxt. Auf dem Rückweg habe ich einen Stopp beim Lagoa do Peri (Lagoa bedeutet See auf Portugiesisch) gemacht und da nochmals gebadet. Obwohl ich mich zwei Mal eingecremt habe, war mein Rücken ziemlich rot von der Fahrt. Am letzten Tag, als ich nochmals zum Strand ging, habe ich sicherheitshalber mein Shirt anbehalten. Da an diesem Freitag, dem 02. Februar, der Tag der Göttin des Meeres „Yemayá“ war, habe ich ihr Blumen gebracht und sie zelebriert. Dieser Glaube kommt aus der afrobrasilianischen Candomblé Religion.

Zurück ins Zentrum ging es mit dem Bus und nach einem letzten Bier haben wir noch einen Gang durch die Beginne des Karnevals gewagt.

Florianópolis war der perfekte Start in ein wunderbares Land. Auf den nächsten Stopp – Paraty – freue ich mich ganz besonders. Ein Stück Heimat wartet da auf mich.

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