Wiedersehen in Paraty

Auf Paraty (nicht Party sondern der Ort im Bundesstaat Rio de Janeiro) habe ich mich ganz besonders gefreut. Also eigentlich auch nicht auf Paraty, sondern auf Fabio, einer meiner besten und langjährigsten Freunde. Seit 6 Wochen reiste er mit seiner Freundin Joelle durch Brasilien und wir haben geplant uns hier zu treffen. Nach 24 Stunden Reise und Grosskontrolle der Polizei wollte ich eigentlich nur noch im Maracuja Hostel ankommen und duschen. Die Beiden haben mich aber überrascht und nach einer verschwitzten Umarmung haben wir angefangen zu quatschen, bis unsere Mägen rumorten.

Schon am ersten Abend haben wir „unsere“ Bar gefunden, an welcher wir auch an den Folgeabenden anzutreffen waren. Caipi Fruta mit Passionsfrucht, Erdbeere, Limette, Kiwi oder Ananas stand auf dem Trinkplan. Hier in Brasilien kann man meistens sogar den Cachaca wählen und wir haben und in den Maria Izabel verliebt. Ein handbemachter Cachaca aus einer der sechs Destillieren rund um Paraty. Diese Frau macht alles selber und wenn man sie genug früh informiert, kann man auf einen Trunk bei ihr vorbei gehen.

Aber wir haben nicht nur getrunken. Am ersten Tag fuhren wir mit dem local bus nach Trinidad zum schönsten Strand in der Region. Der Bus fährt stündlich und kostet hin und zurück nur 8.50 Reals (ca. 2.50 USD) anstelle einer Tour für ein X-faches. Leider war uns das Wetter nicht so gut gesonnen und die Sonne kam nicht raus. Ob Sonne und gesonnen den gleichen Wortstamm haben? Wie auch immer. Fabio und Joelle haben seit dem Beginn ihrer Reise viel Abfall gesehen und angefangen die Strände zu reinigen. Schon jetzt essen Fischesser immer mehr Plastik mit und der siebte Kontinent (die Plastikinsel im Pazifischen Ozean, welche schon jetzt grösser als Indien ist) wächst unerbittlich. Ich werde dieses Projekt weiterführen und euch auf Instagram up-to-date halten.

Am nächsten Tag haben wir mit Paraty Tours die Wasserfälle- Cachaca Tour gemacht. Für 90 Reals (ca. 28 USD) haben wir von 10.30 Uhr bis um ca. 17.30 Uhr Unterhaltung gehabt. Geschichtstour, Wasserfälle inklusive Wasserrutsche und eine Tour durch eine Cachaca Fabrik stand auf dem Plan. Nach dem Durchtesten aller Cachacas haben wir in einem Restaurant lecker hausgemachte Pasta gegessen. Ich fand diese Tour sehr toll und vor allem hat es mich gefreut, einmal nicht von einem Ort zum anderen Ort hetzten zu müssen, sondern effektiv Zeit zu haben und die Orte geniessen zu können.

Jeweils montags ist in Paraty Samba Nacht und das halbe Städtchen tanzt zusammen mit den Touristen auf dem überdeckten Platz im Zentrum. An diesem Montag ist sogar noch ein Bloco (bei uns würde es Guggenmusik heissen) vorbei gezogen und ich habe mich wirklich gut amüsiert.

Mit Fabio hatte ich ein Stück von zu Hause auf meiner Reise, was mich sehr gefreut hat. Ihn zusammen mit seiner Freundin zu sehen, hat mich aber an meine Zeit mit meinem Ex in Indien erinnert. Diese Erinnerungen sind auch nach 7 Monaten noch von emotionaler Natur. Es gibt eben immer wieder up‘s und down‘s. Fabio ist jetzt wieder auf dem Nachhauseweg, nach Bern, in seine Wohnung, zu seinem Job, mit seiner Freundin und wird meine Familie sehen, da er noch Havaianas mitbringt. Manchmal frage ich mich schon, wann bei mir Mal wieder Routine einkehrt. Dazu gibt es wohl in näherer Zukunft einen Beitrag.

Jetzt bin ich aber in Rio und bereite mich auf Carnaval vor. Let’s get the party started!

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